Marketing Automation Nachbericht

Nachbericht Strategie Austrias „Marketing Automation“ Panel Diskussion

Die Panel-Diskussion schließt genau an dem Punkt „Mensch – Maschine“ an, als Ana Simic eine Lanze bricht für das Verständnis: „Es gibt kein „Entweder – oder“ für Performance-Marketing oder Image… es braucht das UND.“ Wenn sie einen Wunsch hätte, wäre das im Bereich Upskilling für Kreative, um bei Technologie dazuzulernen und Potenziale noch besser zu nutzen. Mathias Fanschek pflichtet bei, dass die Zusammenarbeit essenziell ist. Man wird sich nicht zurückziehen können auf die Skepsis der plakativen 3 K´s: Komplexität, Kleinscheiß, Kontrolle. Denn wer sich mittelfristig dem Thema verschließt, ist vergleichbar mit Unternehmen, die vor 20 Jahren keine e-mails einführen wollten.


Alle Panelistinnen sind sich einig in ihrem Plädoyer für die Marke und das Markenerlebnis. Marken schaffen Emotion, Präferenz und werden als Entscheidungsgrundlage noch wichtiger. Sie zu schaffen und zu pflegen, wird immer im Fokus sein – unabhängig von Kanälen. Aber was bedeutet Marketing Automation für Agenturen? Ist Marketing Automation das Ende jeder Idee? „Kreation und Ideation kann und wird nicht automatisiert werden. Es geht darum, die Touchpoints konsistent und relevant zu bespielen.“, so Mathias Fanschek. Lukas Dittmer stellt die Zielgruppen in den Mittelpunkt der Arbeit: „Wir haben festgestellt, dass wir unsere Zielgruppen viel spezifischer und granularer ansprechen können über Nachrichten, Angebote und Services, die die Journey des Kunden verbessern. Am Ende des Tages muss man sich fragen, welchen Mehrwert man bietet. Und die Durchgängigkeit ist das das A&O – mit einem Bruch im Journey nützt die beste Automatisierung nichts.“ Wie weit sind österreichische Unternehmen im mittelständischen Bereich? Jan Gorfer sieht einen Teil, die „sehr interessiert und engagiert bei dem Thema sind, die wird es auch in 5 Jahren noch geben. Aber grundsätzlich könnte die Aufbruchstimmung höher sein.“ Ein Vorteil wird darin gesehen, dass in kleineren Strukturen mehr ausprobiert werden kann als in Legacy-behafteten Unternehmen. Es müssen nicht gleich 100 Millionen investiert werden, es geht auch mit kleinen Schritten. Als Nadelöhr wird der Mangel an qualifizierten Mitarbeiterinnen und mangelnde Ausbildung gesehen. Ana Simic erzählt von einem guten Verstärker im Unternehmen, als der HR-Chef gesagt hat: „Wenn Ihr das lernt, dann seid ihr am Markt gefragt.“ Marketing Automation ist somit auch ein Arbeitgeberthema, speziell um jüngere Zielgruppen zu gewinnen.


Joch Schneeberger bringt zum Ende der Diskussion das Thema der cookieless future ein, auf die er sich freut. „Zwangsbeglückung – nein, danke!“ Daten sollten den Menschen gehören, die sie hinterlassen. Da wird uns die Cookieless-Future hinpushen. Wiewohl damit große Challenges auf die Unternehmen zukommen werden: Werden wir soviel wissen wie vorher? Wo darf man fishen? Wie können wir am Standort Wissen aufbauen, um den Googles und Facebooks dieser Welt nicht ausgeliefert zu sein? Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam und über die Grenzen hinaus in der EU lösen. Auch hier gilt dasselbe wie für Marketing Automation an sich: Mit Silos geht gar nichts.